Rheinisches Museum für Philologie - Band 150 by Bernd Manuwald

By Bernd Manuwald

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Hulley, The Oresteia-Story in the Odyssey, TAPhA 77, 1946, 207–213 als selbständiges Thema behandelt. 30 Gyburg Radke tionssituation96 richtet, führt zu der Einsicht, daß die ‚multiplicity‘ dieses Mythos in der Odyssee kein Ansatzpunkt für die Homeranalyse ist. Die erzählanalytische Forschung hat sich seither, seit diesem ‚Überwindungserfolg‘, primär mit der These befaßt, inwiefern die Heimkehr des Agamemnon ein Leitmotiv oder ein Para- oder Intertext für die Heimkehr des Odysseus ist. Es wurde untersucht, ob dieser Paratext für den Rezipienten ein Spannung erzeugendes Irritationsmoment ist,97 das Zweifel daran aufkommen läßt, ob Odysseus’ Heimkehr und Ankunft auf Ithaka wirklich, wie erwartet, erfolgreich sein wird.

Diesen behält er als Prinzip seiner Erzählungen immer im Auge. Er erzählt, ohne auf die Inhalte alternativer Versionen der Odysseus-Geschichte zu reflektieren. Die Aufmerksamkeit der Zuhörer wird in dieser ersten Sängerszene der Odyssee durch die knappe Zusammenfassung des Inhalts des Liedes des Phemios auf die von den Zuhörern erwartete neue eigentliche Heimkehrergeschichte gelenkt. Darin drückt sich das besondere Selbstbewußtsein des Dichters der Odyssee aus. Die anderen Heimkehrerlieder sind für sein neues Lied nur zeitlich vorausgesetzt.

Schwinge arbeitet heraus, wie unsere Odyssee ihre besondere ‚Physiognomie‘ durch eine Konzentration auf innere, seelische Motivationen erhält. Olson diskutiert das Problem des Verhältnisses des Telemach zum kl°ow des Odysseus in: Olson (wie Anm. 51) Kap. 4, 65–90; außerdem L. Allione, Telemaco e Penelope nell’Odissea, Turin 1963, 9–27. 117) Dazu vgl. auch unten S. 46–48. 118) Arist. Poet. Kap. 9, 1451b25 f. 120 Diese Erzählung Athenes und andere ähnliche Fälle, in denen mythische Exempla in Ilias und Odyssee verwendet werden, demonstrieren, wie poetisch souverän der Erzähler gegenüber der Tradition ist.

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