Die schöne Kunst des Mordens: Ein Dexter-Thriller by Jeff Lindsay

By Jeff Lindsay

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Beide waren blass, übergewichtig und behaart. Sie waren sorgfältig auf farbenprächtigen Strandtüchern drapiert, die bei Touristen aus dem Mittleren Westen so beliebt sind. Auf dem Schoß der Frau lag wie zufällig ein aufgeschlagenes, leuchtendrosa Taschenbuch mit kitschigem Cover, wie es Urlauber aus Michigan liebend gern mit sich herumschleppen: Miami Terror. Ein ganz und gar gewöhnliches Ehepaar, das einen Tag am Strand genoss. Um das Glück zu unterstreichen, das sie vermeintlich erfuhren, trugen beide semitransparente Masken, die offensichtlich mit Klebstoff befestigt waren.

Nun, Rita schien entschlossen, es sich so unbehaglich wie möglich zu machen, und schritt unerbittlich weiter von einer Videoschleife zur nächsten. Und mir fiel nichts Besseres ein, als in ihrem Kielwasser zu folgen und ihr wiederholtes »O Gott! « angesichts jeder neuen Filmschleife heldenhaft zu ertragen. Am Ende des Raums stand die größte Gruppe und betrachtete an der Wand etwas, das so angebracht war, dass wir nur das Metall des Rahmens erkennen konnten. An den Mienen der Besucher war abzulesen, dass es sich um ein echtes Prachtexemplar handelte, den Höhepunkt der Schau, und ich wurde ein wenig ungeduldig, weil ich es mir ansehen und das Ganze hinter mich bringen wollte, doch Rita bestand darauf, sich zuerst alle Clips auf dem Weg dorthin anzuschauen.

Normal für jemanden, der so etwas tun kann«, führte ich aus. »Eigentlich müsste es Anzeichen für eine gewisse Leidenschaft geben, Anzeichen, dass, wer immer das getan hat, echtes … äh … Verlangen spürte. Nicht wie hier. «, fragte sie. Ich schüttelte verärgert den Kopf, weil sie absichtlich nicht auf das Wesentliche einging. »Nein, darum geht es mir nicht. Das Töten sollte Spaß machen, und die Leichen sollten das zeigen. Doch Ziel war nicht das Töten, es war nur Mittel zum Zweck. «, fragte sie.

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