Demenz und Palliative Geriatrie in der Praxis: Heilsame by Marina Kojer, Martina Schmidl

By Marina Kojer, Martina Schmidl

Bei fortgeschrittener Demenz wird die Schmerztherapie oft ausschlie?lich als Aufgabe f?r die Zeit des Sterbens gesehen. Dabei sind demenzkranke Hochbetagte meistens lange vorher palliativbed?rftig. Die Autorinnen – beide haben langj?hrige Erfahrung in der Betreuung demenzkranker Hochbetagter – definieren Schl?sselthemen wie Kommunikation, Schmerz, Ern?hrung und Ethik f?r diese Patientengruppe neu. Sie liefern Hinweise zur Umsetzung ihres Konzepts in der station?ren Langzeitbetreuung und beziehen Angeh?rige und Betreuer in ihre Betrachtung mit ein.

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Wo bin ich denn? Dieses ständige grelle Rufen macht mich ganz unruhig. Ich setze mich auf und schaue mich um – neben mir sehe ich ein Bett. Kommen die Rufe von dort? Da, im Nebenbett liegt jemand! Wer ist das? Noch immer diese schrecklich laute Stimme! Ich will aufstehen! Ich strecke meinen Arm nach vorne. Aha, da ist etwas zum Anhalten. Noch ein bisschen vorrutschen. Ich rüttelte an dem Steckgitter des Nebenbetts. Ich sage: „Aus! “ In dem Bett liegt jemand, ein alter Mann … Was macht er hier? Er soll nachhause gehen!

Selbst wenn wir dies nicht beabsichtigen, teilen wir uns anderen in jedem Augenblick mit – durch alles, was wir tun, ja durch alles, was wir sind. Die reichhaltige Ausstattung unseres Gehirns liefert die Voraussetzungen für ein subtiles gegenseitiges Verstehen. Viel öfter, als uns bewusst wird, orientieren wir uns an meist unbewussten, nonverbalen Mitteilungen unserer Mitmenschen. Eine bestimmte Körperhaltung, die Art, die Hand zu reichen, eine hochgezogene Augenbraue oder das Vermeiden von Blickkontakt sind Aussagen, über die wir nicht erst nachdenken müssen, um sie zu verstehen.

Normalerweise kann ich auch in schwierigen Situationen von innen heraus ruhig und empathisch reagieren. Diesmal konnte ich es nicht. Ich hatte geglaubt, durchaus beherrscht und freundlich zu sein. Vielleicht hätte ich nicht nur mich selbst, sondern auch andere damit täuschen können. Demente Menschen verfügen aber über besonders feinsinnige Antennen. Sie spüren ganz genau, ob ihr Gegenüber nur freundlich tut oder ihnen mit echter Zuwendung begegnet. Ich hatte an diesem Tag bereits genug, war frustriert, innerlich unruhig und geladen.

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